Schleichende Komplexität kostet Marge
Unnötige Komplexität ist einer der grössten Margenkiller und Wachstumsbremsen im Unternehmen. Sie schleicht sich permanent ein. Ihre Auswirkungen und Ursachen sind oft nicht klar erkennbar.
Alles sollte so einfach sein wie möglich, aber nicht einfacher, denn Unternehmen brauchen einen gewissen Grad an Komplexität um im Wettbewerb bestehen zu können (Basiskomplexität). Unternehmen, die es verstehen ihre Komplexität ganzheitlich zu managen, erzielen entscheidende Wettbewerbsvorteile. Es gibt Lösungen die Komplexität in der Balance zu halten. Leider gibt es aber keine Standardmethode um Komplexität im Unternehmen zu beherrschen. Gäbe es eine Methode, dann wäre die Komplexität nur kompliziert.
Komplex ist mehr als kompliziert. Komplizierte Probleme haben wenigstens logisch und rein rechnerisch noch eindeutige Lösungen. Aber auch schon zu komplizierte Systeme bremsen, behindern und verschlingen Zeit und Ressourcen.
Komplex ist ein System dann, wenn für denjenigen, der ein Problem in diesem System zu lösen hat, keine eindeutigen Lösungen mehr zur Verfügung stehen. Dies zeigt folgendes Beispiel:
Managemententscheide als Ursache für Komplexität
Solange Henry Ford nur schwarze Autos verkaufte, wusste sein Produktionsleiter genau was er in den nächsten Wochen und Monaten produzieren musste: Schwarze Autos. Mit der Einführung von Auswahloptionen für den Kunden, hier weitere Farben, war es für den Produktionsleiter nicht mehr eindeutig was er zu produzieren hatte.
Eine kleine Änderung, die Erhöhung der Farbwahl von einer zu vielleicht drei wählbaren Farben führt aber nicht nur zu drei neuen Variablen im Betrieb, sondern zu einem Vielfachen an Veränderungen. Es müssen neue Kommunikationsstrukturen geschaffen werden, es muss nun eine Planung eingeführt werden, es verlangt nach neuen Prozessen, nach neuen Produktionsstrassen, zusätzlichen Lieferanten, einer anderen Lagerbewirtschaftung, Erweiterung der Arbeitsvorbereitung, Rüstvorgänge usw., usw. um hier nur einige Faktoren aufzuzeigen, die sich mit so einer kleinen Entscheidung ändern können.
Entscheidungen die zu einer höheren Komplexität führen werden aber im Unternehmensalltag häufiger getroffen, als mancher Unternehmer wahr haben will. Die Kosten verstecken sich dann irgendwo in den Gemeinkosten und es wird ein immer grösserer Deckungsbeitrag gebraucht um weiterhin profitabel zu sein.
Das Bespiel zeigt auch, dass eine Erweiterung der Komplexität um nur drei Varianten zu einem Dschungel an weiteren Varianten in anderen Bereichen des Systems Unternehmung führt. Komplexität wächst also nie linear und nicht nur an einem Ort. Zunehmende Komplexität verringert den Wirkungsgrad des Betriebes und kann nur durch überproportionales Umsatzwachstum kompensiert werden. Als Faustregel kann gelten, dass bei einer Verdopplung der Variantenzahl die Stückkosten um 20-30% steigen.
Komplexität braucht Wachstum und bremst Wachstum
Zunehmende Komplexität braucht Wachstum um deren Kosten mindestens zu kompensieren. Zunehmende Komplexität ist aber auch einer der grössten Wachstumsbremsen für das Unternehmen. Die Verknüpfungen der Abläufe im Unternehmen wachsen exponentiell zu den Variablen und verlangen nach neuer Ordnung und Zusammenspiel. Es braucht eine angemessen Organisation, Prozesse Arbeitsanweisungen und mehr Overhead. Das alles sind neue Schnittstellen und mit jeder Schnittstelle wächst die Fehlerwahrscheinlichkeit und sinkt die Qualität. Steigt die Komplexität weiter kommt es zu einer Situation, wo sich das Unternehmen hauptsächlich selber beschäftigt. Oft wird dies nicht sofort erkannt und es werden Prozesse und Organisationen ins Leben gerufen, die sich mit den Fehlern beschäftigen statt mit ihren Ursachen. Es werden Teilbereiche mit den verschiedensten erfolgversprechenden Managementmethoden behandelt ohne zu erkennen, dass es sich um ein Problem handelt, das in der Struktur und in der Kultur des Unternehmens liegt.
Komplexität kann nur ganzheitlich beherrscht werden
Komplexität im Unternehmen kann nur ganzheitlich beherrscht werden. Wir verwenden dazu den Business Engineering Ansatz der Hochschule St. Gallen.
Damit die schleichende Komplexität in Zukunft besser zu handhaben ist
» bauen wir mit Ihnen zusammen ein Komplexitätsüberwachungssystem auf
» fördern das Komplexitätsbewusstsein bei den Entscheidungsträgern
» legen mit Ihnen Zusammen den Grundstein für eine Komplexitätsvermeidungskultur
Ein Programm zur Komplexitätsreduktion sollte ein Unternehmen nicht alleine durchführen, sondern sich externen Berater mit einbeziehen. Hierfür sprechen viele gute Gründe:
1) Ein Programm zur Komplexitätsreduktion ist eine aussergewöhnliche Unternehmenssituation. Führungskräfte haben selten ausreichend Routine und Erfahrungen in solchen Situationen. Externes Know-how bringt hier einen grossen Zusatznutzen.
2) Alte Gewohnheiten, falsche Rücksichtnahmen, versteckte Konflikte und Betriebsblindheit sind der Nährboden auf dem sich Komplexität ausbreitet. Hier kann eine externe Sichtweise von einen im Komplexitätsmanagement versierten Experten wertvolle Impulse geben, die sich in einem sicheren Projekterfolg und in reduzierten Kosten niederschlagen werden.
Wenn Sie daran interessiert sind die Komplexitätstreiber in Ihrem Unternehmen kennenzulernen, dann nutzen Sie doch unsere Checkliste um ein Gefühl dafür zu bekommen! (.pdf 241 Kb).
Wenn Sie Fragen haben rufen Sie uns einfach an: + 41 79 302 51 59 oder nutzen Sie unser Kontaktformular
Wir bieten Ihnen Executive Interim Management & Consulting in aussergewöhnlichen Unternehmenssituationen. Der Schwerpunkt liegt im Krisenmanagement, der Stratgischen Restrukturierung sowie im Komplexitätsmanagement und der ganzheitlichen Optimierung von Unternehmen.

Schleichende Komplexität